Wie viel Ware kannst du dir wirklich leisten nachzubestellen?
Nachbestellungen sind der Ort, an dem sich E-Commerce-Cash versteckt. Hier ist ein einfacher Weg zu berechnen, wie viel Ware du dir leisten kannst, ohne den Rest des Geschäfts auszuhungern – und wie du die Antwort aktuell hältst.
Ware nachzubestellen ist die größte einzelne Cash-Entscheidung, die die meisten Store-Betreiber jeden Monat treffen – und die, bei der man am leichtesten danebenliegt. Bestellst du zu wenig, bist du ausverkauft; bestellst du zu viel, ist dein Cash im Regal gefangen, während Miete, Ads und Gehälter trotzdem bezahlt werden wollen. So bemisst du sie – beginnend mit der Frage, die die Zahl eigentlich treibt: Was kostet es dich, überhaupt jeden Monat nachzufüllen?
Erste Frage: Was kostet das Nachbestellen jeden Monat?
Nachbestellen ist kein Einmal-Ereignis – es ist eine wiederkehrende Kosten. Jeden Monat kaufst du ungefähr das nach, was du verkauft hast, nur um die Regale voll zu halten. Bevor du also fragst "kann ich mir eine große Nachbestellung leisten?", zurr die wiederkehrende Zahl fest: deine monatlichen Nachbestellkosten. Der saubere Weg, sie zu projizieren, ist, die Verkäufe dieses Monats auf die Kosten des nächsten zu schieben.
- Nachbestellung nächsten Monat = verkaufte Einheiten diesen Monat × durchschnittliche Einkaufskosten pro Einheit
- Das hält den Bestand konstant – du kaufst nach, was du verkauft hast
- Um den Bestand gezielt aufzubauen, multipliziere mit einem Aufschlag (z. B. ×1,1 für +10 %)
Es ist genau die Logik, mit der eine Prognose den Wareneinsatz fortschreibt: Die Stückverkäufe des Vormonats bestimmen die Nachbestellrechnung dieses Monats. Hier über ein paar Monate:
| Jan | Feb | Mär | Apr | |
|---|---|---|---|---|
| Verkaufte Einheiten | 820 | 910 | 1.050 | 980 |
| Ø Einkaufskosten (€) | 14 | 14 | 14 | 14 |
| Nachbestellkosten (€) | 11.480 | 12.740 | 14.700 | 13.720 |
Verkaufst du mehr, steigt die Nachbestellung mit; verkaufst du weniger, sinkt sie. Willst du den Bestand lieber aufbauen, statt ihn nur zu halten, multipliziere mit einem Wachstumsfaktor:
| Jan | Feb | Mär | |
|---|---|---|---|
| Nachbestellung Bestand halten (€) | 11.480 | 12.740 | 14.700 |
| Wachstumsfaktor | 1,10 | 1,10 | 1,10 |
| Nachbestellung +10 % Aufbau (€) | 12.628 | 14.014 | 16.170 |
Diese wiederkehrende Zahl ist das Rückgrat jeder Warenentscheidung – die eine Zahl, die dein Cashflow-Plan Monat für Monat fortschreiben sollte.
Dieselbe Projektion, ohne den monatlichen Neuaufbau
Von Hand heißt das, jeden Monat die Stückverkäufe des Vormonats neu zu ziehen und die Nachbestell-Zeile neu zu rechnen. Foreqast macht daraus einen eingebauten Driver: Der Wareneinsatz wird als Bestellungen des Vormonats × durchschnittliche Einkaufskosten projiziert, gespeist von deinem echten Shopify-Bestellvolumen, sodass sich die Nachbestell-Zeile von selbst mit der Nachfrage bewegt. Änder die Einkaufskosten oder eine Wachstumsannahme, und jeder Zukunftsmonat aktualisiert sich – und die projizierte Kontostand-Zeile zeigt auf einen Blick, ob eine Nachbestellung dich über dem Puffer hält. Hier dasselbe Beispiel in der App:
| Prognose | Jan 26 | Feb 26 | Mär 26 | Apr 26 | Mai 26 |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 47.560 | 52.780 | 60.900 | 56.840 | 59.160 |
| Shop-Umsatz Σ Bestellungen × AOV | €47.560 | €52.780 | €60.900 | €56.840 | €59.160 |
| Bestellungen Shopify | 820 | 910 | 1.050 | 980 | 1.020 |
| Ø Bestellwert Shopify | €58 | €58 | €58 | €58 | €58 |
| Wareneinsatz | 11.200 | 11.480 | 12.740 | 14.700 | 13.720 |
| COGS (Nachbestellung) Σ Bestellungen Vormonat × 14 € | €11.200 | €11.480 | €12.740 | €14.700 | €13.720 |
| Ø Einkaufskosten Manuell | €14 | €14 | €14 | €14 | €14 |
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Häufige Fragen
Wie viel Cash sollte ich beim Nachkauf zurückhalten?
Genug, um die Fixkosten für den gesamten Zeitraum zwischen Zahlung an den Lieferanten und Geldeingang aus dieser Ware zu decken – also Lieferzeit plus Abverkaufsdauer. Dieser Zeitraum ist das Risiko, und er ist fast immer länger als geschätzt, weil Versand, Zoll und der lange Abverkaufs-Schwanz dazugehören.
Was passiert, wenn ich gegen den Kontostand nachbestelle?
Du liest eine Zahl, von der Gehälter, Miete und Steuerzahlungen des Monats noch nicht abgegangen sind. Genau deshalb ist der Nachkauf im E-Commerce die häufigste Ursache für einen ungeplanten Dispo: der Kontostand war echt, aber schon verplant.
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