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Liquiditätsplanung-Software: 9 Tools im Vergleich

Die meisten planen Liquidität zuerst in Excel — bis die Tabelle nicht mehr stimmt.

  • Geprüft 24. August 2026
  • 7 Min. Lesezeit
Forecast Export
MonatlichCashflow
EinnahmenAusgabenKontostand
JetztJulAugSepOktNovDezJanFebAb hier gerechnet

Der Kernunterschied: Kommen die Zahlen vom Bankkonto, aus der Buchhaltung oder aus den Systemen, in denen Umsatz entsteht? Neun Tools mit Preisen und Einsatzgebieten.

Kurzurteil

Warum Excel irgendwann nicht mehr reicht

Eine Excel-Planung veraltet in drei Schritten:

  • 01Sie veraltetKontostände, Rechnungen und Verträge müssten laufend gepflegt werden. Praktisch passiert das quartalsweise, im Stress gar nicht.
  • 02Sie wird ungenauSonderfälle sammeln sich: verschobene Zahlungen, Einmaleffekte, Korrekturen. Formeln werden überschrieben, Zeilen vergessen.
  • 03Sie hängt an einer PersonNur wer sie gebaut hat, versteht sie. Fällt die Person aus, steht die Planung still.

Gewechselt wird meist aus Anlass: Einstellung, Bankfinanzierung oder eine knappe Woche, in der niemand wusste, ob das Geld reicht.

Drei Ansätze, drei Datenquellen

Entscheidend ist die Datenbasis: Sie bestimmt, welche Fragen ein Tool beantworten kann.

Bankbasiert: Planung aus Kontobewegungen

Tools: finban, Tidely, Commitly, flowpilot, Agicap

Diese Tools lesen die Bankkonten und schreiben die Transaktionen fort. Geplantes trägst du selbst ein.

Stärke
Tagesaktueller Kontostand, schnell eingerichtet, günstig — der direkteste Blick auf die nächsten Wochen.
Grenze
Umsatz wird fortgeschrieben, nicht hergeleitet. Gewinn und Cash lassen sich nicht trennen, weil Abgrenzungen, Wareneinsatz und Vorauszahlungen im Zahlungsstrom fehlen.

Buchhaltungsbasiert: Planung aus der Finanzbuchhaltung

Tools: Finokapi, Helu.io, Corporate Planner, LucaNet, Jedox

Diese Tools arbeiten auf DATEV, Lexware, Agenda oder dem ERP und kennen Konten, Kostenstellen und offene Posten.

Stärke
Soll-Ist-Vergleich, Gewinn und Liquidität getrennt. Offene Posten mit Fälligkeit blicken weiter voraus als Banktransaktionen.
Grenze
Den künftigen Umsatz nimmst du selbst an. Höhere Preise, im oberen Segment mit Einführungsprojekt.

Modellbasiert: Planung aus den Geschäftstreibern

Tools: Foreqast

Diese Tools setzen dort an, wo Umsatz entsteht: Shop, CRM, Zeiterfassung, Werbekonten. Daraus leiten sie Rechnungen und Zahlungseingänge ab, jeweils mit Verzögerung.

Stärke
Umsatz wird gerechnet statt geschätzt. Entscheidungen lassen sich vorher durchspielen: Einstellung, Werbebudget, gekündigter Kunde.
Grenze
Die Treiberdaten müssen verbindbar sein. Ohne Bankanbindung kein tagesaktueller Kontostand auf den Cent.

Welcher Ansatz wann

Deine SituationAnsatz
Du willst wissen, was diese Woche auf dem Konto passiertbankbasiert
Du brauchst Soll-Ist gegen die Buchhaltungbuchhaltungsbasiert
Dein Umsatz kommt planbar aus Shop, Abos oder Projektenmodellbasiert
Du willst eine Entscheidung vorher durchrechnenmodellbasiert
Du hast mehrere Gesellschaften und Fremdwährungenbankbasiert (Treasury)
Dein Steuerberater soll mitarbeitenbuchhaltungsbasiert

Fünf Fragen vor dem Kauf

  • 01Welcher Planungshorizont?Kurzfristig ist es eine Kontostandsfrage, langfristig eine Modellfrage.
  • 02Cash allein oder auch Gewinn?Beide laufen oft monatelang auseinander. Mit Warenbestand, Vorauszahlungen oder Jahresrechnungen brauchst du beide.
  • 03Woher kommt der geplante Umsatz?Fortgeschrieben, geschätzt oder aus Treibern hergeleitet? Hier liegt der größte Unterschied.
  • 04Wie viel Pflege kostet es laufend?Transaktionsbasierte Planung wächst mit den Positionen, modellbasierte mit den Annahmen. Die bleiben gleich, wenn sich der Umsatz verdoppelt.
  • 05Wer arbeitet damit?Brauchen Steuerberater oder Buchhaltung Zugriff, kosten Nutzerlimits echtes Geld.

Die 8 Tools im Vergleich

ToolAnsatzFür wenStärkePreis ab
finbanbankbasiertSolo, kleine Firmen, VereineGünstigster Einstieg, sehr einfach26,25 €
TidelybankbasiertKMU mit mehreren KontenAusgereiftes Liquiditätsmanagementca. 45 €
ForeqastmodellbasiertShops, Agenturen, SaaS 0,3–10 Mio.Entscheidungen vorher durchrechnen39 €
Commitlybankbasiertkleine KMUKlares Dashboard, USt-Prognoseca. 46 €
FinokapibuchhaltungsbasiertDATEV-, Lexware-, Agenda-NutzerRollierende Planung aus der Buchhaltung99 €
flowpilotbankbasiertKMU im DACH-RaumSzenarien auf gebuchten Buchhaltungsdatenca. 39 €
helu.iobuchhaltungsbasiertDATEV-NutzerReporting und Auswertungn. ö.
Agicapbankbasiert (Treasury)Mittelstand, mehrere GesellschaftenBanknetz, AP/AR, Konsolidierungn. ö.
Corporate Planner, Jedox, LucaNetbuchhaltungsbasiertKonzern mit FinanzabteilungIntegrierte Planung, Konsolidierungn. ö.

Einstiegspreise laut Anbietern und Verzeichnissen, geprüft am 24. August 2026. „n. ö.“ = nicht öffentlich. Quellen am Ende.

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Foreqast im Detail

Preis ab 39 €

Die einzige Prognose, die deine Entscheidung mitrechnet.

Ansatz
modellbasiert
Für wen
Shops, Agenturen und SaaS mit 300 T€ bis 10 Mio. € Umsatz und verbindbaren Umsatztreibern.
Funktionsweise

Foreqast verbindet die Buchhaltung (DATEV, lexoffice, sevDesk) mit deinen Umsatzquellen — Shopify, HubSpot, Toggl, Google und Meta Ads — und leitet ab, welche Zahlungen wann entstehen.

Geld entsteht in einer Kette: Deal im CRM → Auftrag → Rechnung → offener Posten → Zahlungseingang → Kontostand. Der Kontostand zeigt Entscheidungen von vor Monaten.

Wo ein Tool in die Kette einsteigt
  1. Deal im CRMEntscheidung
  2. AuftragZusage
  3. Rechnunggestellt
  4. Offener Postenfällig am
  5. Zahlungs­einganggebucht
  6. KontostandErgebnis

Foreqast liest hier. Buchhaltung, offene Posten und die Treiber davor — dort, wo die Entscheidung noch veränderbar ist.

Agicap, Tidely und Commitly lesen hier. Tagesaktuell und auf den Cent genau — aber die Ursache liegt Monate zurück.

  • Umsatz wird gerechnet, nicht fortgeschriebenBestellungen, Deals und Stunden werden zu Rechnungen und Zahlungseingängen — mit Zahlungszielen und Verzug.
  • Entscheidungen vorher durchspielenWas macht eine Einstellung in acht Monaten mit der Liquidität, samt Umsatz ab Monat vier? Was, wenn der größte Kunde kündigt oder das Werbebudget steigt?
  • Cash und Gewinn getrenntBeide Sichten aus einem Modell, dazu Marge und Warenbestand.
Grenze
Keine Bankanbindung, keine Zahlungsausführung, keine Konsolidierung mehrerer Gesellschaften im Einstiegsplan.
Preis
ab 39 €/Monat, monatlich kündbar.

finban

Preis ab 26,25 €
Ansatz
bankbasiert
Für wen
Solo-Selbstständige, kleine Firmen und Vereine, die selbst buchen.
Stärke
Günstigster spezialisierter Einstieg, sehr einfach, Bank und Verträge inklusive. Hosting in Deutschland, Test ohne Kreditkarte.
Grenze
Plant Zahlungen, nicht das Geschäft dahinter. Cash und Gewinn bleiben vermischt.
Preis
ab 26,25 €/Monat bei Jahreszahlung, rund 36 € monatlich.
Bewertungen bei OMR Reviews

Tidely

Preis ab ca. 45 €
Ansatz
bankbasiert
Für wen
KMU im DACH-Raum, die mehrere Bankkonten tagesaktuell steuern wollen.
Stärke
Ausgereift bei mehreren Konten (laut Anbieter über 5.000 Institute), Preis öffentlich, Start ohne Vertriebsgespräch.
Grenze
Umsatz wird fortgeschrieben, nicht modelliert. Gewinn und Marge fehlen.
Preis
ab rund 45 €/Monat, Business ab rund 189 €.
Bewertungen bei OMR Reviews

Commitly

Preis ab ca. 46 €
Ansatz
bankbasiert
Für wen
Kleine Firmen und Selbstständige, die schnell eine Cash-Sicht wollen, ohne Modell.
Stärke
Bewusst einfach, Sync bis zu viermal täglich, 13-Wochen-Sicht und USt-Prognose.
Grenze
Projiziert das Konto, statt zu modellieren, woher der Umsatz kommt.
Preis
ab rund 46 €/Monat zzgl. MwSt., 14 Tage Test.
Bewertungen bei OMR Reviews

flowpilot

Preis ab ca. 39 €
Ansatz
bankbasiert
Für wen
KMU auf DATEV, die daraus planen wollen, mit Szenarien statt starrer Kurve.
Stärke
Startet in der Buchhaltung statt am Konto, rechnet rückwärts und vorwärts. Paketpreise öffentlich.
Grenze
Plan aus gebuchten und erwarteten Zahlungen, Umsatz fortgeschrieben. Preise gelten bei Jahreszahlung.
Preis
Basic ab rund 39 €/Monat, Pro 79 €, Enterprise 199 € — bei Jahreszahlung.
Bewertungen bei OMR Reviews

Agicap

n. ö.
Ansatz
bankbasiert (Treasury)
Für wen
Mittelstand mit Finanzfunktion, mehreren Gesellschaften, Banken und Währungen.
Stärke
Weit mehr als ein Forecast: konsolidierte Liquidität, Zahlungsausführung und Mahnwesen, Onboarding inklusive.
Grenze
Kein öffentlicher Preis, Angebot nach Demo. Braucht jemanden, der den Forecast hauptberuflich pflegt.
Preis
nicht öffentlich; Verzeichnisse nennen rund 49–149 €/Monat, Bewertungen kleiner Firmen über 3.000 €/Jahr.
Bewertungen bei OMR Reviews

Finokapi

Preis ab 99 €
Ansatz
buchhaltungsbasiert
Für wen
Unternehmen auf DATEV, Lexware oder Agenda, die rollierend planen und KPI-Dashboards wollen.
Stärke
Plant aus Buchhaltungsdaten, näher am Controlling. Unbegrenzt Nutzer, mehrere Gesellschaften je Paket.
Grenze
Kein Umsatz aus Shop-, CRM- oder Projektdaten. Einstiegspreis ein Vielfaches der Bank-Tools.
Preis
ab 99 €/Monat, unbegrenzt Nutzer.
Bewertungen bei OMR Reviews

helu.io

n. ö.
Ansatz
buchhaltungsbasiert
Für wen
DATEV-Nutzer, die ihre Zahlen lesbar und aktuell wollen, gemeinsam mit der Steuerberatung.
Stärke
Macht aus der Buchhaltung Berichte ohne Export, mit Drill-down bis zur Einzelbuchung je Kostenstelle.
Grenze
Stark im Rückblick, nicht in der Planung nach vorn. Preis auf Anfrage.
Preis
auf Anfrage; Verzeichnisse nennen einen Einstieg ab rund 4.999 €/Jahr.
Bewertungen bei OMR Reviews

Corporate Planner, Jedox, LucaNet

n. ö.
Ansatz
buchhaltungsbasiert
Für wen
Gruppen mit Konsolidierungspflicht und eigener Finanzabteilung.
Stärke
Integrierte Planung von GuV, Bilanz und Cashflow, handelsrechtliche Konsolidierung über Dutzende Gesellschaften, Währungsumrechnung, gesetzliches Reporting.
Grenze
Lizenz, Einführung und Betrieb brauchen Controlling; im Mittelstand fünf- bis sechsstellige Gesamtkosten pro Jahr.
Preis
nicht öffentlich, Angebot je Projekt.

Welches Tool für welches Unternehmen?

Beides schließt sich nicht aus: ein Bank-Tool für vier Wochen, ein Modell für zwölf Monate.

Häufige Fragen

Was kostet eine Liquiditätsplanungs-Software?

Bankbasierte Tools kosten rund 26–46 € im Monat; finban, Tidely, Commitly, flowpilot und Foreqast nennen Preise. Finokapi startet bei 99 €. Helu.io, Agicap und die Enterprise-Suiten nennen keinen Preis, die Suiten kosten fünf- bis sechsstellig im Jahr.

Was ist der Unterschied zwischen Liquiditätsplanung und Finanzplanung?

Liquiditätsplanung betrifft nur Zahlungsströme. Finanzplanung umfasst auch Gewinn, Marge und Plan-Ist. Wer profitabel ist, kann trotzdem zahlungsunfähig werden.

Brauche ich eine Bankanbindung für die Liquiditätsplanung?

Für einen Kontostand auf den Cent: ja. Weiter nach vorn plant es sich besser aus der Buchhaltung, denn Rechnungen tragen ihr Fälligkeitsdatum, bevor Geld fließt.

Warum zeigen Gewinn und Kontostand unterschiedliche Ergebnisse?

Gewinn entsteht bei Leistung oder Verkauf, Cash erst bei Zahlung. Dazwischen liegen Zahlungsziele, Vorauszahlungen, Warenbestand und Umsatzsteuer.

Wie weit im Voraus kann man Liquidität sinnvoll planen?

Vier bis sechs Wochen fast exakt, weil die Rechnungen und Verträge schon existieren. Ein Quartal verlässlich, wenn zugesagte Kosten im Plan stehen. Danach ist der Plan so genau wie deine Umsatzannahmen.

Welche Software funktioniert mit DATEV?

Helu.io und Finokapi sind dafür gebaut, Finokapi auch für Lexware, Agenda und BMD. flowpilot plant aus DATEV-Daten, Foreqast aus DATEV, lexoffice und sevDesk. Rein bankbasierte Tools binden DATEV höchstens als Zweitquelle an.

Reicht Excel für die Liquiditätsplanung?

Für ein stabiles Geschäft, das selten plant: ja, und kostenlos. Der Preis ist die Pflege. Kostenlose Vorlagen haben wir auch.

Was bedeutet rollierende Liquiditätsplanung?

Ein Plan, der nicht am 31. Dezember endet: Jeden Monat ersetzen Ist-Zahlen den Plan, hinten kommt ein Monat dazu. Die Sicht nach vorn bleibt immer gleich lang.

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